Dezentrale Abwasserentsorgung

Die Ökologiestation "fährt" dreigleisig.

1. Dreikammergrube mit Tropfkörper

Die bereits vorhandene und genehmigte Dreikammergrube mit Tropfkörper wurde wieder in Betrieb genommen.
Dort übernehmen Mikroorganismen die Reinigung des Abwassers, das über offenporige Lavagesteine (Luftzufuhr) verrieselt wird.

2. Bepflanzter Bodenfilter

Der bepflanzte Bodenfilter ist ein rundum abgedichtetes Beet mit Bodenmaterial und Schilfbepflanzung. In dieses Beet wird das Abwasser an der einen Seite eingeleitet, und es durchdringt den Boden unterhalb der Oberfläche. Die hohlen Wurzeln des Schilfs bringen Sauerstoff in den Boden, wo wiederum Mikroorganismen die Reinigung des Abwassers übernehmen. Gereinigt verlässt das Wasser den Bodenfilter und fließt über den Beverbach in die Lippe.

3. Kanalanschluss

Für den gewerblichen Bereich des Fleischzerlege- und -verarbeitungsbetriebs wurde ein Anschluss an die städtische Kanalisation errichtet. Zwar ist es grundsätzlich möglich, auch diese Abwässer biologisch zu reinigen, aber das Risiko erschien uns als Betreiber zu hoch.

Dreikammergrube mit Tropfkörper und der "Bepflanzte Bodenfilter"können sowohl hintereinander (seriell) als auch nebeneinander (parallel) betrieben werden.


Regenwassernutzung

Das von den Dachflächen des Haupthauses anfallende Regenwasser wird in einem

* Absetz-/Filterbecken von Laubbestandteilen befreit,

* in einer Zisterne bevorratet

* und in die Spülkästen der Toilettenanlagen gepumpt.

Die Anlage arbeitet automatisch. In Zeiten längerer Trockenzeiten wird Leistungswasser zugesetzt.


Energiegewinnung (Wärme & Strom)
aus nachwachsenden Rohstoffen

Kaum ein Bereich der Ökologiestation wurde so gründlich abgewogen wie dieser.

* Blockheizkraftwerk (BHKW) und Holzbrenner

Ursprünglich entschieden wir uns zu einem Energiemix aus Holz und Rapsöl. Rapsöl wurde in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und erzeugte Strom und Wärme für den Eigenbedarf. Die Problematik bestand darin, dass das BHKW nur so groß sein durfte, dass die anfallende Wärme (= Abfallprodukt aus der Stromerzeugung) vor Ort verwendet werden konnte. In der Praxis sah das so aus, dass der Strom eingespeist wurde und die Wärme den Warmwasserbedarf im Sommer deckte. Geräte derartiger Größe, die mit Rapsöl betrieben werden konnten, waren Mitte der 90er Jahre sehr rar.

Der Warmwasserbedarf im Winter war aufgrund der Heizung erheblich größer, so dass zusätzlich ein Holzbrenner betrieben wurde.

Leider waren die ersten Betriebsjahre des BHKW von häufigen Ausfällen begleitet, so dass sich ein kontinuierlicher, reibungsloser Betrieb nicht einstellte. Nachdem alle Probleme (Steuerungs-Leitungswiderstand, zu hohe Temperaturen für die Steuerelektronik, zu schwache Starterbatterie, ...) gelöst zu sein schienen, hatte das BHKW sein normales Lebensalter erreicht. Aufgrund der zahlreichen Probleme, die vor allem in der geringen Größe des Motors lagen, wurde das BHKW nicht wieder ersetzt.

Der Holzbrenner ist noch immer im Betrieb.

* Abwärme vom benachbarten Kraftwerk

Der Kühlturm des auf der anderen Straßenseite liegenden Steinkohlekraftwerkes ist ein großer "Wärmevernichter". Die dort vernichtete Wärme zur Ökologiestation zu "transportieren" war aus wirtschaftlichen Gründen (zu aufwendige Technik, Kosten) leider nicht realisierbar.

* Nutzung des Deponiegases der ehem. Deponie Rünthe

Die anfallende Deponiegasmenge reicht nicht aus; sie wird z.Zt. von einer Gärtnerei genutzt.

* Windkraft

Die Ökologiestation steht im Windschatten des großen Steinkohlekraftwerks.

* Sonnenernergie

Die Ökologiestation steht im Sonnenschatten des großen Steinkohlekraftwerks. Darüber hinaus stehen die Gebäude der Ökologiestation unter Denkmalschutz.


Bauerngarten

Der Bauerngarten der Ökologiestation geht auf eine Planung von Wolfgang Gaida zurück. Realisiert wurde er in bewährter Form als eine Mischung aus Nutz- und Zierpflanzen. Die Nutzpflanzen (Gemüse und Beerenobst, Färber-, Duft- und Arzneipflanzen) werden durch Zierpflanzenstauden ergänzt.

Die Nutzpflanzen werden für Aktionen mit Kindern und Programmveranstaltungen (z. B.: Kochen mit Wildkräutern, alte Färbetechniken, ...) verwendet.

Die Zierpflanzen erfreuen Gäste des Hauses sowie Kolleginnen und Kollegen nicht nur an ihren Geburtstagen.


Trockenpflanzengesellschaft

Die Trockenpflanzengesellschaft westlich des Forums ist eine Kalkmagerrasengesellschaft, die unter der Pflege des NABU steht. Im Jahre 2007 wurde sie neu angelegt. Sie zeichnet ein mageres kalkhaltiges Bodensubstrat aus, welches wasserdurchlässig ist, so dass sich dort nur Pflanzen ansiedeln, die mit wenig Nährstoffen und Wasser auskommen.


Honigbienenstand

Der Honigbienenstand wird seit 1996 betrieben. Die ursprüngliche Planung geht auf Helmut July zurück, der den Stand auch bis in die 2000er Jahre betreute. Im Rahmen des Förderprogramms "ÖPEL" kam 2006 ein Honigbienenhaus dazu. In diesem Haus kann Honig geschleudert werden.

Mittlerweile verbinden sich mit dem Honigbienenstand die Namen Peter Zimmer und Adrian Mork.

Der Honigbienenstand sowie das Honigbienenhaus dient den umweltpädagogischen Angeboten des Umweltzentrums. Unter dem Thema "Insekten" können dort Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eigenhändig Erfahrungen sammeln.

Der Honig ist sozusagen nur ein "Nebenprodukt"


Wildbienenlehrpfad

Der Wildbienenlehrpfad mit Hummelhaus geht auf Planungen des Kamener Lehrers Heino Otten zurück. Er beinhaltet Nahrungspflanzen sowie Nistmöglichkeiten für diverse Wildbienenarten sowie ein Hummelhaus, welches saisonal Einblick in ein lebendiges Hummelnest bietet.

Das Hummelhaus ist in den fachmännischen Händen des ausgewiesenen Hummelfachmanns Erwin Bock.

Der Wildbienenlehrpfad wird u. a. von Wilfried Keinemann ehrenamtlich gepflegt.


Naturnaher Spielbereich

Der naturnahe Spielbereich besteht in erster Linie aus Weidenelementen, die als "Nebenprodukt" mehrerer Erzieherfortbildungen "übrig geblieben" sind. Im Rahmen dieser Fortbildung wurde demonstriert, wie mit lebendigem Grün (in unserem Fall Weidenschnittgut) lebendige Hecken, Tunnel, Iglus, ... errichtet werden können. Dieses Areal wird für Kindergeburtstage, und -aktionen genutzt.


Artgerechte Tierhaltung

Der 2004 in Betrieb genommene Musterstall wurde nach wie vor vom Pächterehepaar Ilona und Walter Höhne betrieben. Die Schweinehaltung funktioniert nach Auskunft der Betreiber reibungslos, und die Fleischqualität stimmt. Die Tiere sind gesund, zeigen ein gesundes Sozialverhalten und lassen sich auch durch die Besuchergruppen nicht stören - im Gegenteil, nach wenigen Sekunden kommen alle Tiere neugierig aus ihren Boxen ins Freie. Die Attraktivität der Tiere für Besucher allen Alters ist sehr hoch.
Schilder an den beiden Außentoren informieren Besucher über die Art Schweinehaltung auf der Ökologiestation; der Wortlaut dieser (mit Fotos versehenen) Schilder ist:

"Ilona & Walter Höhne betreiben den Musterstall der Ökologiestation - wie ihren eigenen Hof auch - streng nach BIOLAND- und NEULAND-Richtlinien. Die Schweine stehen auf Stroh, nicht auf Spalten-böden, haben ausreichend Platz und Auslauf ins Freie.
Das Futter (Ackerbohnen, Weizen, Hafer, Triticale) wird - mit Ausnahme von mineralischen Zusätzen und Sojaschrot - auf eigenen Flächen nach ökologischen Richtlinien ohne Einsatz von synthetischen Düngern und Bioziden angebaut.
Die Zuchtsauen sind Kreuzungen aus der „Deutschen Landrasse“ und dem „Deutschen Edelschwein“, die Zuchteber eine Kreuzung aus Pietrain- und Hampshire-Schwein.
Im Musterstall der Ökologiestation könnten theoretisch 100 Tiere Platz finden. In der Praxis werden allerdings maximal 70 - 80 Tiere untergebracht, damit diese in kleineren, vertrauten Gruppen gehalten werden können. Medikamente als Wachstumsbeschleuniger sind tabu.
Der Mist wird auf eigenen Flächen als Dünger ausgebracht. Gülle fällt nicht an. Das Suhlen der Tiere in feuchtem Schlamm bzw. Stroh dient der Körpertemperaturregelung und der Körperhygiene. Die Tiere entledigen sich damit lästiger Hautparasiten.
Die Ferkel kommen aus eigener Zucht im Alter von 12 Wochen in den Musterstall. Nach 5 Monaten Mast (also im Alter von rund 7-8 Monaten) werden sie bei einem Gewicht von etwa 120 Kg in Unna (Schlachthof mit Biozulassung) geschlachtet.
Der größte Teil des Fleisches wird im ZERLEGEBETRIEB der Ökologiestation weiterverarbeitet und unter dem Signet "BIOFLEISCH NRW" vermarktet. Das Fleisch kann aber auch nach Vorbestellung direkt im Hofladen der Familie Höhne gekauft werden.

Gruppenführungen durch den Stall sind nach Voranmeldung möglich. Bitte wenden Sie sich an Michael Bub oder Ralf Sänger im Haupthaus!"


Fleischzerlege- und Verarbeitungsbetrieb

Seit Mai 1999 arbeitet in der Ökologiestation die "NEULAND GmbH" und verarbeitet Fleisch aus artgerechter Tierhaltung und regionaler Herkunft.

2007 wurde der Fleischzerlegebetrieb erweitert, um "Biofleisch-NRW" Platz zu bieten.